Belastungstest und Herzfrequenz im Trainingsmanagement
Jeder Radfahrer sollte seinen Körper sowie Leistungslimits so gut wie möglich kennen und mit ihnen arbeiten können. Wenn Ihr Körper bald oder später immer wieder falschen Trainingsbelastungen unterzogen wird, können…

Jeder Radfahrer sollte seinen Körper sowie Leistungslimits so gut wie möglich kennen und mit ihnen arbeiten können. Wenn Ihr Körper bald oder später immer wieder falschen Trainingsbelastungen unterzogen wird, können einige gesundheitliche Komplikationen auftreten. Ihre Herzfrequenz spielt hier die Schlüsselrolle. Sie zeigt die richtige Trainingsbelastung und die beste Methode zur Erreichung aller unserer Ziele an, ob wir nun an unserer Fitness arbeiten oder unser Körpergewicht reduzieren möchten.
DER BELASTUNGSTEST VERRÄT UNS ALLES
Der beste Weg, um zu erfahren, wie wir unseren Körper sicher belasten und mit welcher Intensität wir Sport treiben können, ist ein Belastungstest.
Ein wichtiger Teil des Tests ist die Ermittlung des Zustands Ihrer gesamten Körperstruktur. Diese Untersuchung liefert genaue Daten über Ihre aktive und passive Körpermasse. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Ihr Gesamtkörpergewicht und das Verhältnis von Muskeln, Körperfetten, Wasser und Mineralien in Ihrem Körper, das optimal sein sollte. Der Prozentsatz des Körperfetts sollte 20% nicht überschreiten, andernfalls könnten Probleme mit Fettleibigkeit auftreten.
Den Belastungstest selbst führt der Radfahrer direkt am Fahrrad durch. Während des Tests werden nach und nach einige Blutproben bei zunehmender Belastung entnommen. Die Laktatkurve, die zeigt, wie gut der Fahrer trainiert ist, basiert auf dem steigenden Blutsäuregehalt. Je höher die Belastung ist, desto höher sind auch die Herzfrequenz und der Blutsäuregehalt. Dieser sowie die Herzfrequenz nehmen bei gut trainierten Radfahrern langsam zu. Deshalb können sie über einen längeren Zeitraum höheren physischen Belastungen standhalten.
LAKTATKURVENFORM
Das wichtigste Ergebnis des Belastungstests, die Laktatkurve, kann verschiedene Formen bilden und einige wichtige Daten liefern. Ein gut trainierter Athlet hat eher eine bogenförmige Laktatkurve als jemand mit einer linienförmigen Kurve, dessen Fitness nicht sehr gut ist. Eine solche Person ist nicht in der Lage, größeren Belastungen standzuhalten, und deren Herzfrequenz steigt als Reaktion auf eine Leistungssteigerung stark an. Abhängig von den Laktat- und Herzfrequenzwerten können wir alle Zeitpunkte identifizieren, an denen Sie schlecht trainiert sind. Die Analyse von Laktatkurve sowie den Herzfrequenzwerten stellt eine der genauesten Methoden dar, mit der wir unsere körperliche Verfassung bestimmen und die relevanten Trainingsbelastungen planen können.
ENERGIEQUELLEN
Ebenso zeigt der Belastungstest auf, in welcher Leistungsphase der Körper die einzelnen Energiequellen verbraucht, von denen Lipide und Kohlenhydrate am wichtigsten sind. Dieses Wissen ist auch entscheidend für die Bestimmung der einzelnen Trainingszonen. Radfahren fällt in die Kategorie der Ausdauersportarten. Also konzentrieren wir uns hauptsächlich darauf, bei unserer Leistung so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen und möglichst viel Energie aus dem aeroben Fettstoffwechsel zu nutzen.
Der Belastungstest zeigt zwei Bruchstellen an:
- Der aerobe Schwellenwert liegt bei 65% bis 80% Ihrer maximalen Herzfrequenz. Wenn Sie unter dieses Niveau fallen, arbeitet Ihr Körper in einem aeroben Modus und verbrennt nur Fett. Diese Zone eignet sich zur Gewichtsreduktion und zur Entwicklung Ihrer Ausdauer. Ihr Körper kann viele Stunden in diesem Bereich arbeiten.
- Der anaerobe Schwellenwert liegt bei 85% bis 90% Ihrer maximalen Herzfrequenz und wird durch eine intensivere Leistung erreicht und in dessen Umkreis wir die körperliche Verfassung am besten entwickeln. Unser einziger Treibstoff ist in diesem Moment Zucker, den der Organismus jedoch schnell aufbraucht. Deshalb können wir nicht zu lange in diesem Modus arbeiten.
Bei der Fahrt bewegen wir uns zwischen diesen beiden Werten innerhalb des Inter-Threshold-Bereichs, in dem unser Antriebsmotor Zucker und Fette sind. Mit zunehmender Ausdauer verringert sich der Bereich zwischen den Schwellenwerten. Dessen Idealwert liegt bei 15 bis 20 Herzschlägen. Eine höhere Differenz zeigt an, dass die Körperbelastung nicht optimal ist und meistens auch ein Mangel an ruhiger Bewegung in der aeroben Zone vorliegt.
Um mehr über den Belastungstest zu erfahren, schauen Sie sich unsere ausführlichen Lektionsvideos an. Es ist ratsam, ihn mehrmals im Jahr zu wiederholen. Je mehr Kilometer wir fahren, desto mehr ändern sich unserer Trainingsphasen und diesem Umstand sollten wir unsere Trainingsbelastung anpassenn.

